Mit Hilfe der Timeline im aufdeckenden Verfahren wird angestrebt, diejenigen Ursachen einer Erkrankung, welche in der Lebensgeschichte (meist in der frühen Kindheit) begründet sind und in das Unbewusste verdrängt wurden, nach ganzheitlichen, tiefenpsychologischen Gesichtspunkten bewusst zu machen und aufzuarbeiten.Diese Form der lebensgeschichtlichen Therapie ist in Trance besonders effektiv durchführbar. Etwa bis zum Schulalter finden die wichtigen Prägungen in Trance statt. Sie sind daher auch in Trance besser zugängig und veränderbar.
 
Das Ziel einer derartigen vollständigen, bis in die früheste Kindheit oder noch früher zurückreichenden ist in erster Linie die Selbsterkenntnis des Patienten als Grundlage zu seiner gesunden Lebensentwicklung und die verstehende, versöhnliche Akzeptanz seiner Lebensgeschichte. Dadurch werden die unterdrückten Wesenskräfte verdeutlicht und für ihre eigentlichen kreativen Aufgaben befreit, so dass sie sich nicht mehr in krankhaften, autoaggressiven Symptomen ausdrücken und gegen das eigene Selbst richten müssen.
 
Beginnend von der Gegenwart in Richtung auf die Vergangenheit werden wichtige Lebensereignisse aufgearbeitet, wobei nach und nach auch die frühe Kindheit, meist auch die Zeit vor der Geburt, wieder in das Bewusstsein gerückt wird. Es ist immer wieder eindrucksvoll, mit welch intensiven Gefühlen auch vorgeburtliche Wahrnehmungen in Trance erinnert werden können und welche weitreichende Bedeutung ihnen für das spätere Leben zukommt. Wie bei allen analytischen Therapieformen werden in der Trance vom Therapeuten Fragen gestellt, die in immer frühere Lebensabschnitte zurückführen und die vom Patienten so spontan wie möglich beantwortet werden sollen.
 
Die Einfälle und Erinnerungen des Patienten werden dann - ebenfalls in Trance - mit ihm besprochen und im Hinblick auf seine gegenwärtige Lebenssituation verarbeitet, so dass er eine Einstellung dazu finden kann, welche die gesunde Entfaltung seiner Persönlichkeit unterstützt. Wie oben schon angeführt, lindert nicht nur eine rationale Exploration und Aufarbeitung statt, sondern werden die besonderen tiefenpsychologischen Zusammenhänge und Beziehungsebenen in die Therapie bewusst einbezogen.
 
Da frühere Fehlprägungen und Negativerlebnisse auch dann zu Störungen führen können, wenn sie längst vergessen sind, und da an den Symptomen einer Störung diese Zusammenhänge schwer erkennbar sind, sollte eine analytische Behandlungsweise angestrebt werden, wo immer dies möglich ist.
 
Das "Aufdeckende Verfahren" ist ein sehr tiefgreifendes Therapieverfahren und auch bei schwersten seelischen oder körperlichen Erkrankungen sinnvoll einsetzbar.