Angst ist unsere Alarm-Anlage, ein Schutz vor Gefahren und ist nichts anderes als das Signal oder
die gedankliche Vorstellung einer Gefahr, gegenüber der sich der Mensch hilflos fühlt. Er reagiert
deswegen mit allen seinen negativen Gefühlen und Empfindungen.
Angst kann sich ebenso körperlich wie
gedanklich äussern; im einen Fall führt sie zu Spannungsgefühlen, Schweissausbrüchen, Kopf- oder
Bauchschmerzen, im anderen zu innerer Anspannung, Schlaflosigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten.
Ist die Gefahr vorüber, sinkt die Erregung wieder.
Die Anspannung im Körper lässt nach. Bis zur Begegnung mit dem nächsten Angstmacher.
Der Mensch entwickelt hier Abwehrstrategien. Im einfachsten Fall,
indem er Umstände, die ihm Angst machen, vermeidet. Wenn das nicht geht, wie im Fall einer Rede vor
Publikum oder ein geschäftlicher Flug, lernt er gewöhnlich, mit der Situation zurechtzukommen - und
sehr oft sogar, sie so zu beherrschen, dass sie keine Angst mehr auslöst.
Schwierig wird es, wenn sie als so bedrohlich erlebt wird, dass ihr um jeden Preis ausgewichen werden
muss. Denn Angst schränkt Ihre Lebensqualität ein. Wer die Ansammlung von Menschen als beängstigend empfindet,
muss daraus eigentlich nur die Konsequenz ziehen, nicht mehr unter Leute zu gehen. Seine Lebensqualität wird
dadurch beeinträchtigt.
Er vermeidet es bald auch, ins Kino zu gehen, an Parties, zum Einkaufen. Jetzt ist
seine Lebensqualität ernsthaft bedroht. Nicht mehr die Angst beherrscht ihn, sondern die Angst vor der Angst.
Und die wirkt deswegen so zerstörerisch, weil sie zwischen realer und eingebildeter Bedrohung nicht unterscheiden
kann. Schon die Vorstellung einer Gefahr wirkt genauso wie die Gefahr selbst.
Das Problem für viele Menschen ist dann: Der Verstand bleibt machtlos gegen die Einbildung.
Und die wird auf
immer weitere Bereiche übertragen. Wer die Angst unter vielen Leuten erlebt hat, betritt am
Ende keinen Supermarkt
mehr, weil er fürchtet, dort einen Panikanfall bekommen zu können.
Die Angst vermehrt sich - die eine produziert
die nächste. Angsterkrankte stehen vor einem Angebotsdschungel. Psychoanalyse, Gesprächstherapie,
Psychopharmaka,homöopathische Kügelchen, Bachblüten, Körpertherapie, Rebirthing, Ayurveda,
Aromatherapie,Yoga, Sport, Beten - alles verspricht Heilung.
Fast alles kann helfen, weil der "Placebo-Effekt" auch eine gewisse Wirkung zu haben scheint.
Man kann aber auch von Selbstheilungskraft sprechen. Menschen, die glauben, dass ihnen geholfen wird,
hilft offensichtlich der Glaube.
Auf den ersten Blick betrachtet, scheint es egal zu sein, welcher Therapie sich Betroffene
unterziehen. Aber hier gilt eben auch der Satz: Fast alles hilft nicht.
Jedenfalls nicht, wenn es aus dem vielfältigen Angebot der Psycho-Sortiments stammt und dann
einen Vergleich üblicher Erfolgsquoten anlegt. Die Möglichkeit eines Rückfalls
besteht immer wieder.
Eine sehr erfolgreiche Methode ist
die
Timeline-Therapie.
Mit dem aufdeckenden Verfahren in
der Timeline-Therapie versucht man andere Wege.
Man geht zurück zu der Ursache einer Phobie oder zu dem ersten
Ereignis, das dieses Gefühl erstmals ausgelöst hat. Einmal die Ursache gefunden,
kann man es nochmals erleben,
bearbeiten, versöhnen oder sich davon befreien. Dadurch können auch die Symptome
der Angst wieder verschwinden.